Wasserspender und Quellen der Freude

Die Neuenburger Brunnen

Die Neuenburger Brunnen

Die Zähringerstadt Neuenburg am Rhein, gegründet um 1175 durch Herzog Berthold IV. von Zähringen hatte im Mittelalter als freie Reichsstadt eine große politische Bedeutung von europäischer Tragweite. Brunnen waren von alters her lebensnotwendige Mittelpunkte der Städte und Dörfer. Die Wasser spendenden Brunnen waren Ausdruck von Wohlstand und Glück der Bürger. Die große Bedeutung des Wassers für Leben und Wohl der Menschen gibt den Brunnen bereits in den mittelalterlichen Städten eine wichtige soziale Funktion. Brunnen sind Zentren des örtlichen Lebens und beliebte Treffpunkte. Neben ihrer praktischen Bedeutung gaben Brunnenanlagen auch immer schon Möglichkeit zu künstlerischer Gestaltung. In der heutigen Stadt bedeuten Brunnen eine „urbane
Lebensqualität“. Brunnen sind stadtgestalterische Objekte und geben der Stadt eine unverwechselbare Identität.

Stationen des Rundweges

Erleben Sie auf einem ca. 60 minütigen Rundgang die zeitgenössischen Brunnen der Stadt.

Brunnenanlage Monument (1) auf dem Rathausplatz von Professor Lutz Brockhaus. Eine in Bronze gegossene Chronik des Schreckens und des Behauptungswillens der Stadt. (1990)


Der Brunnen auf dem Franziskanerplatz (2) erinnert mit seiner abstrakten Form an die herrlichen römischen Brunnen. Das verwendete Material ist Silbergneis aus Cresciano im Tessin. Der Quellbrunnen wurde von dem Freiburger Künstler Bruno Knittel gestaltet und ist Mittelpunkt des Franziskanerplatzes vor der Liebfrauenkirche.(1974)


Die Brunnenanlage Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (3) auf dem Marktplatz ist die zweite große Brunnenanlage, die sich mit der tragischen Geschichte der Stadt auseinandersetzt. Sie besteht aus drei großen Figurengruppen der Bildhauerin Hanne Schorp-Pflumm. Eine Art Vaterfigur mit langem Mantel und Bart verkörpert die Vergangenheit. Die Gegenwart symbolisiert eine Menschengruppe, die in der Lektüre von zwei großen Folianten vertieft ist. Voller Optimismus ist die Gruppe, die die Zukunft verkörpert: Ein Junge, auf dessen Hand eine Taube Platz genommen hat, hält in der Linken die Hand eines kleinen Mädchens, das neugierig zu ihm aufblickt, während er selbst den Blick auf die Taube richtet, ein Symbol des Friedens. (1990)

 

Der Brunnen Kinder und Gans (4) zeigt eine in Bronze gegossene Figurengruppe des Künstlers Frido Graziani und stellt ein beliebtes Fotomotiv her. Im Mittelpunkt stehen zwei lustige Kinder, ein Bub und ein Mädchen. Sie halten eine zappelnde Gans, aus deren Schnabel das Brunnenwasser in das Becken fällt. (1989) Auch der Brunnen Kinder unterm Regenschirm (5) knüpft an diese Motivpalette an. In seiner Naivität erinnert er an eine unbeschwerte Kinderzeit, an alte Kinderbücher und Märchen wie „Hänsel und Gretel“ und „Brüderchen und Schwesterchen“. Der Entwurf
stammt ebenfalls von Frido Graziani. (1989)


Der Matthias-von-Neuenburg-Brunnen (6), ein überdimensionales Tintenfass mit einer goldenen Feder, ist dem mittelalterlichen Chronisten Matthias von Neuenburg gewidmet. Er wurde von der Schweizer Bildhauerin Bettina Eichin geschaffen und anlässlich des 700sten Geburtstages des berühmten Sohnes der Stadt seiner Bestimmung übergeben. (1995)

 

Der Basiliskenbrunnen (7), ein typischer Basler Brunnen, von dem im heutigen Basel noch 27 Exemplare in Betrieb sind (der Basilisk ist seit dem 15. Jahrhundert das bekannteste Wahrzeichen der Stadt Basel), erinnert an die engen Beziehungen der Stadt Neuenburg am Rhein zur Stadt Basel in den früheren Jahrhunderten. Dass der Basilisk zum Symboltier des lebensspendenden Brunnens wurde, ist ein Hinweis auf die Zwiespältigkeit der abergläubischen Vorstellungen des Mittelalters, das Hexen und Dämonen fürchtete, ihnen aber gleichzeitig auch heilende, übernatürliche Kräfte zuschrieb. (1993)


Der Fischbrunnen (8) erinnert an einen uralten, in früherer Zeit wichtigen Gewerbezweig der Zähringerstadt: die Rheinfischerei.


Der Narrenbrunnen (9) des Bahlinger Bildhauers Michael Schwarze ist eine plastische Auseinandersetzung mit der mittelalterlichen Moralsatire Sebastian Brants (1458-1521). Das Narrenschiff zeigt verschiedene Figuren, die alle in Zusammenhang mit der Fasnacht stehen. Sie sind Personifikationen der Narretei und menschlicher Torheiten. Mit seinem vielfältigen Wasserspiel erweckt
der als Schiff gestaltete Brunnen den Eindruck, auf den Wassern des Rheins dahin zu gleiten. (2004)

 

Die neueste Brunnenanlage „im Fluss“ (10) des Künstlers Bernd Goering zeigt die Verbundenheit der Stadt mit dem Rhein. Der Rhein war jahrhundertelang die Lebensader, der eine ganze Region geprägt hat. Eingegraben in die Oberrheinebene und von Flusskieseln geformt – deren Formen und Farben von der gewaltigen Ausdehnung des Einzugsgebietes des Rheins erzählen. Der Brunnen mit drei Findlingen aus unterschiedlichen Regionen des Flusslaufes wurde 2012 mit Unterstützung der Sparkasse Markgräflerland durch die Stadt Neuenburg am Rhein realisiert.

Übersicht der Standorte